In einer Demokratie zu leben scheint für uns in Deutschland selbstverständlich zu sein; und doch beweisen die jüngsten Ereignisse in der Türkei oder zuvor in Polen, dass die Demokratie immer wieder gefährdet ist; zumindest ihr Gesicht wandeln kann. Der LK Geschichte der Q1 hat immer wieder im Rahmen des Unterrichts über die Verfassungsänderungen in Polen und die Bedeutung des (Rechts)Populismus in Europa diskutiert und sich gefragt, welche Rolle Deutschland in dieser Entwicklung spielt. Zur Klärung all dieser Fragen bot sich ein Besuch bei der Oberhausener Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött an, die 25 geschichtsinteressierte Schülerinnen und Schüler zu sich nach Berlin in den Bundestag einlud, um mit uns über den Brexit, die Entwicklung in der Türkei und die Demokratie zu diskutieren. Wir erhielten Einblicke in das politische Verfahren des möglichen britischen Austritts aus der EU und konnten die Einschätzungen der Bundestagsabgeordneten hinterfragen, so dass sich der Kurs auf einem neu gewonnenen Wissensbasis sich selbst ein Urteil bezüglich demokratischer Verfahren, der Zukunft der Europäischen Union und der Bedeutung von Freiheit in unserer Gesellschaft bilden konnte. Darüber hinaus besuchten die Schülerinnen und Schüler das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, wo Ihnen Norbert Krebs, ein Zeitzeuge der Wende von 1989, anschaulich das Herrschaftssystem in der ehemaligen DDR und das Gefängnis selbst erklärte. Insbesondere die Anschaulichkeit des Berichts fesselte die Schüler, so dass wir spät als letzte Gruppe die Gedenkstätte verließen. Vor der Abfahrt besuchten wir noch die „Topographie des Terrors“ im ehemaligen Berliner Regierungsviertel um die Wilhelmstraße. In der Ausstellung werden die Verbrechen von Gestapo, SS und SD thematisiert und so konnten die Schülerinnen und Schüler den Terror der Diktaturen unter den Nationalsozialisten und der DDR miteinander vergleichen. Die Fahrt wurde durch einen Besuch der Berliner Synagoge mit Führung und des Deutschen Historischen Museums abgerundet.