Schulinterner Lehrplan Philosophie und

Grundsätze der Leistungsmessung.

 

1. Unterrichtsinhalte und Lernsequenzen im Fach Philosophie

Einführungsphase (EF)

EF.1: Jahrgangsstufe 10 (1. Halbjahr)

Rahmenthema:

Einführung in die Philosophie ("Was ist Philosophie?")

 
Obligatorische Schwerpunkte: Methoden:
  • Intention und Dimension philosophischen Fragens: Einblick in die verschiedenen Disziplinen der Philosophie
  • Grundformen philosophischen Denkens an Textbeispielen in Auszügen (z. B. Unterschiede des Philosophierens bei Aristoteles und Rousseau; Der Unterschied von inhaltsvoller Philosophie und Philosophieren lernen bei Hegel und Kant)
  • Anleitung zu exaktem Denken, zu präziser Argumentation und Schulung des begrifflichen Unterscheidungsvermögens
  • Methoden und Arbeitsformen des Philosophieunterrichts
  • Kennenlernen der Formen schriftlicher und mündlicher Lernzielkontrollen
  • Ganzschrift (z. B. Thomas Nagel, Was ist Philosophie?, wahlweise ist die Ganzschrift auch in einem der folgenden drei Halbjahre zu lesen (anthropologische, ethische oder staatsphilosophische Thematik)
  • Erlernen von Gesprächsvoraussetzungen für den philosophischen Diskurs, z. B. der Gebrauch von Argumenten ("die drei Ks" von Tim Morris)
  • Podiumsdiskussionen mit Rollenverteilung (Rollenkarten, Diskussionsprotokolle)
  • Methoden der Text- und Begriffsanalyse, z.B. 5-Schritt-Lesemethode, Begriffsanalyse nach John Wilson
  • Erstellen von Strukturskizzen und Diagrammen zur Darstellung von Texten (z. B. Steckbrief "Philosophie", Flussdiagramm, Concept-Map, Mind-Map, Venn-Diagramm)
  • Einführung in kooperative Methoden (z. B. Placematverfahren)
  • Üben von Aufgabentypen im Hinblick auf das Verständnis von Operatoren im Zentralabitur, z. B. Probeklausur
  • Bildanalyse
  • Filmanalyse zunehmen unter der Berücksichtigung filmanalytischer Thematik
  • Gedankenexperimente durchspielen und entwerfen

Möglichkeiten fächerverbindender Unterrichtseinheiten:
  • Methoden zur Arbeit mit Sachtexten  ->  Deutsch
  • Grundbegriffe der Filmanalyse  ->  Deutsch, Englisch
  • Die Darstellung der Philosophie, des Philosophen  ->  Kunst
EF.2: Jahrgangsstufe 10 (2. Halbjahr)

Rahmenthema:

Probleme der Bestimmung des Menschen (Philosophische Anthropologie)

 
Obligatorische Schwerpunkte:
Methoden:
  • Der Mensch als kulturbestimmtes und kulturbestimmendes Wesen
  • Der Mensch als Naturwesen
  • Der Mensch als erkennendes und denkendes Lebewesen, das metaphysische Fragen stellt

(siehe 10.1)

Möglichkeiten fächerverbindender Unterrichtseinheiten:
  • Menschenbilder im Vergleich  ->  Biologie, Erziehungswissenschaften, Kunst
  • Homo oeconomicus, homo faber  ->  Sozialwissenschaften, Erdkunde
  • Evolutionstheorie  ->  Biologie
  • Gehirn, Geist und Psyche  ->  Psychologie
  • Vergleich Mensch und Maschine, künstliche Intelligenz  ->  Informatik


Qualifikationsphase (Q1 und Q2)

Q1.1: Jahrgangsstufe 11 (1. Halbjahr)

Rahmenthema:

Probleme des menschlicheh Handelns (Ethik)

 
Obligatorische Schwerpunkte: Methoden:
  • Oberste Zwecke, Normen, Werte und Prinzipien des Handelns
  • Begründung und Rechtfertigung sittlich-praktischen Handelns
  • Freiheit und Determination
  • Der kategorische Imperativ: Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kritik der praktischen Vernunft
  • Freiheit und Verantwortung: Bentham, Einführung in die Prinzipien der Moral und der Gesetzgebung, Jonas, Das Prinzip Verantwortung
  • Positionen des Utilitarismus: Mill

(siehe 10.1)

Möglichkeiten fächerverbindender Unterrichtseinheiten:
  • Determinismus oder Freiheit  ->  Psychologie
  • Ökologie und Verantwortung  ->  Biologie
  • Glück, Leid, Tod - Grundfragen der Ethik, Stoa  ->  Latein
Q1.2: Jahrgangsstufe 11 (2. Halbjahr)

Rahmenthema:

Probleme von Recht, Staat und Gesellschaft (Recht- und Staatsphilsophie)

 
Obligatorische Schwerpunkte: Methoden:
  • Recht, Macht und Gewalt: Hobbes, Leviathan; Arendt, Macht und Gewalt
  • Recht und Gerechtigkeit: Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit
  • Begründung und Rechtfertigung des Rechts, kirtische Analyse von Rechtssystemen
  • Begründung, Rechtfertigung und kritische Analyse von politischer Ordnung
  • Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und Staat

(siehe 10.1)

Möglichkeiten fächerverbindender Unterrichtseinheiten:
  • Philosophie der Aufklärung  ->  Geschichte, Deutsch
  • Demokratisches Selbstverständnis  ->  Sozialwissenschaften
  • Globales Denken  ->  Sozialwissenschaften, Englisch
   
Q2.1 - Q2.2: Jahrgangsstufe 12 (1. und 2. Halbjahr)

Rahmenthemen:

Probleme des Erkennens und Denkens (Erkenntnistheorie)

und

Probleme der Wissenschaft (Wissenschaftstheorie)

 
Obligatorische Schwerpunkte: Methoden:
  • Grundlagen der Erkenntnis: Platon, Höhlengleichnis; Descartes, Meditationen über die erste Philosophie; Locke, Versuch über den menschlichen Verstand
  • Wissenschaftliche Verfahrensweisen: Popper, Logik der Forschung
Weitere Auswahlthemen sind nach Ansprache mit den Schülern möglich, soweit ihre Schullaufbahn nicht beeinträchtigt wird (siehe Richtlinien Philosophie Sek. II, S. 20f)

(siehe 10.1)

Möglichkeiten fächerverbindender Unterrichtseinheiten:
  • Wahrnehmungsexperimente, optische Täuschungen  ->  Psychologie, Kunst
  • Methodologie der Naturwissenschaften  ->  Physik, Chemie, Biologie
  • Transfinite Zahlen, Paradoxien des Unendlichen, Analogie zwischen Modell und Wirklichkeit  ->  Mathematik

2.  Grundsätze der Leistungsbewertung im Fach Philosophie in der Oberstufe
(Einführungs- und Qualifikationsphase)

Allgemeine Grundsätze

Zeugnisnoten setzen sich zusammen aus der schriftlichen Leistung, die in Klausuren erbracht wird, und der Leistung, die in sonstiger Mitarbeit erreicht wird. Diese beiden Bereiche sollen gleichwertig in die Endnote einfließen. Die Kriterien werden den Schülerinnen und Schülern (SuS) zu Beginn des Schuljahres bekannt gegeben. Eine Zusammenfassung dieser Festlegungen finden die SuS jederzeit auf der Internetseite der Schule.

Klausuren

Vereinbarungen über:  
1. Formaler Rahmen
Einführungsphase EF
1. Halbjahr
2. Halbjahr
Qualifikationsphase Q1
1. Halbjahr
2. Halbjahr
Qualifikationsphase Q2
1. Halbjahr
2. Halbjahr
 

1 Klausur im 2. Quartal, Dauer 90 Min.
1 Klausur im 1. Quartal, Dauer 90 Min.

2 Klausuren, Dauer 90 Min.
2 Klausuren, Dauer 90 Min.

2 Klausuren, Dauer 135 Min.
1 Klausur unter Abiturbedingungen
2. Themen und Inhalte Die Aufgabenstellungen der schriftlichen Arbeiten richten sich nach den im Unterricht behandelten Inhalten, den Techniken und Methoden des Faches Philosophie und der dort erlernten Fachsprache.

Es ist sinnvoll auch einzelne nicht eingeübte Aspekte einzubringen um zu prüfen, wie flexibel der Schüler Inhalte und Argumentationsstrukturen übertragen kann und mit den erlernten Methoden umgehen kann.
3. Operatoren Die Formulierung der Aufgaben in der Qualifikationsphase orientiert sich an den für das Zentralabitur vorgegebenen Operatoren, um auf dessen formale Anforderungen vorzubereiten.
4. Gewichtung und Benotung Kriterien für die Bewertung einer Klausur sind:

Textanalyse und Textinterpretation; eigenständige Darstellung von Argumentationsstrukturen, dabei angemessene und differenzierte Darstellung der wesentlichen Inhalte und Trennen von untergeordneten Aspekten; Analyse von Gedankengängen; Einbringen von Fachwissen und Unterrichtsinhalten

Aufbau der Darstellung, ihre Gliederung und Strukturierung, ihre Klarheit und Prägnanz, korrekte Rechtschreibung, Verwenden der Fachsprache (auch z. B. Zitate)

Mit zunehmendem Lernfortschritt:
Kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten, dabei begründete Bewertung und Stellungnahme auf der Basis der im Unterricht erarbeiteten Inhalte und Kriterien

Die einzelnen Teilaufgaben fließen annähend gleichwertig in die Benotung ein.

Die Benotung erfolgt in Drittelnoten. Die Benotung wird dem Schüler erläutert, indem die Stärken und Schwächen der Leistung in einem abschließenden Kommentar - getrennt für die einzelnen Teilaufgaben - schriftlich beschrieben werden. Auf Nachfrage der SuS erläutert der Lehrer diese zu einem gesonderten Termin.

Sonstige Mitarbeit

Vereinbarungen über:  
1. Kriterien Kriterien für die sonstige Mitarbeit sind:
  • Quantität der Mitarbeit im Unterricht
  • Qualität der Beiträge im Unterricht:
    • Sachliche Richtigkeit
    • Plausibilität
    • Transfer
    • Komplexität der Argumentationen und begründeten Urteile
    • Grad der Abstraktion
    • Grad der Reflexion
  • Kontinuität der Mitarbeit im Unterricht
2. Mündliche Mitarbeit Die mündliche Mitarbeit wird kontinuierlich durch den Lehrer erfasst. Mündliche Mitarbeit bezieht sich auf die Bereiche:
(siehe Richtlinien S. 69)
3. Hausaufgaben Hausaufgaben sind grundsätzlich so anzufertigen, dass sie vom Schüler vorgetragen werden können.

Ihre Verschriftlichung (vorbereitend, nachbereitend, Programmierung) wird in der Einführungsphase inhaltlich und strukturell eingeübt und ist der Qualifikationsphase die Regel.
4. Kurze schriftliche Übungen Kurze schriftliche Übungen (Tests) können zur Überprüfung des Lernfortschritts einmal im Quartal angesetzt werden. Sie beziehen sich auf das aktuelle Thema und werden in der Regel vorher angekündigt. Ihre Benotung entspricht einer Teilnote in der sonstigen Mitarbeit.
5. Schriftliche Hausaufgabenkontrolle Hausaufgaben können auch unangekündigt schriftlich überprüft werden.
6. Protokolle Im Unterricht werden die Protokollformen Verlaufsprotokoll, Ergebnisprotokoll, Protokoll des Diskussionsprofils in der Einführungsphase eingeübt und zunehmend bewertet.

Protokolle entsprechen in ihrem Stellenwert dem Anfertigen einer schriftlichen Hausaufggabe.
7. Referate und Präsentationen Folgende Bewertungskriterien werden vereinbart:

Formale Kriterien:
Einstieg, transparente Gliederung, Sprechweise, Vortrag, Blickkontakt, Körperhaltung, Medieneinsatz, abgerundeter Schluss, Quellennachweise, Handouts, Zeitrahmen

Inhaltliche Kriterien:

Themenwahl begründet, Hintergrundinformationen, Sachlichkeit, strukturierter Aufbau, inhaltliche Richtigkeit, Fach- und Fremdwörter erklärt

Referate werden in der Regel nicht abgelesen, sondern auf der Basis einer schriftlichen Vorbereitung (Merkzettel) und/oder des angefertigten Handouts frei vorgetragen.

Im Zeitalter moderner Medien gewinnt der Einsatz elektronischer Präsentationstechniken (PPP, Video-Streams, Multimedia-Präsentation...) einen zunehmenden Stellenwert. Dieser stellt jedoch nur dann einen "Mehrwert" für die Benotung dar, wenn sie das Referat inhaltlich oder methodisch unterstützen und nicht nur  den Vortrag präsentieren. 

Bei Gruppenreferaten setzt die Benotung voraus, dass die einzelnen Teile einem Schüler zugeordnet werden können. Evt. werden dann nur diese Teile benotet.
8. Mitarbeit in Gruppen Zusätzlich zum inhaltlichen Ergebnis eines Schülerbeitrages (Quantität, Qualität) wird auch seine kooperative Leistung im Rahmen von Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Diskussion bewertet.
9. Mitarbeit in Projekten Die einzelnen Phasen der Projektarbeit (Projektplanung, Durchführung, Präsentation, Reflexion; vgl. siehe Richtlinien S. 72ff) werden einzeln und unabhängig voneinander vom Lehrer beurteilt und zu einer Gesamtnote verrechnet.  

Dabei gelten analog die Festlegungen zu Referaten (7.) und für die Mitarbeit in Gruppen (8.).

Unsere Schule

Freiherr neu

Das Freiherr vom Stein Gymnasium liegt in Oberhausen-Sterkrade am Rand des Volksparks. Die Schulgebäude an der Wilhelmstraße sind umgeben von Grün. Der Altbau ist die Keimzelle dieser Schule und steht unter Denkmalschutz. Nach der Renovierung der Aula und vor allem des markanten Turms erstrahlt der Bau wieder in neuem Glanz und ist ein Wahrzeichen des Stadtteils. Der sogenannte "Neubau" ist ein Anbau, der in den 70er Jahren errichtet wurde und neben zahlreichen Klassenräumen die naturwissenschaftlichen Fachräume, die Fachräume Kunst und die neuerbaute Schulmensa beherbergt. Das neue Oberstufenzentrum und der Pavillon befinden sich auf der anderen Seite der Wilhelmstraße, dahinter liegt auch der Schulgarten.

Zur Schule gehören zwei Sporthallen. Neben der alten Turnhalle an der Wilhelmstraße befindet sich auf der dem Volkspark zugewandten Seite die Günther-Stolz-Halle, eine Dreifachhalle, die auch von den Nachbarschulen und von örtlichen Vereinen genutzt wird. Komplett renoviert ist das angrenzende Stadion Sterkrade, das mit dem Rasenplatz und der Laufbahn mit der Möglichkeit elektronischer Zeitmessung ein Zentrum für Leichtathletik bietet.

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