50-jähriges Treffen der Abiturientia 1969 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums OB-Sterkrade

50 Jahre nach dem Bestehen der Abiturprüfung haben sich die ehemaligen Schüler (Kein Fehler, das Freiherr war zu der Zeit noch eine reine Jungenschule.) des Abiturjahrgangs 1969 in Oberhausen getroffen. Selbstverständlich stand auch ein Besuch der alten Schule auf dem Programm. Vanessa Behr, Marian Wulf und Philip Pankovski aus der aktuellen Jahrgangsstufe Q1 haben einen Rundgang durch die Schule begleitet. Lesen Sie hier den Bericht der Abiturientia 1969 vom Besuch am Freiherr:

Die Freiherr-Abiturklasse von 1969 hat sich am 12./13. Juni 2019 anlässlich der 50. Wiederkehr ihrer Reifeprüfung getroffen. Natürlich waren nicht alle dabei. Drei sind leider schon verstorben, einige noch berufstätig, und es gab jeweils ein paar, die offenbar kein Interesse hatten, durch Urlaub oder Krankheit verhindert oder unauffindbar waren.

So waren es letztlich 12 der ehemals 25, die sich in einem Klosterhardter Hotel trafen, eine höchst informative Stadtrundfahrt zum Strukturwandel Oberhausens machten und den Abend vornehmlich mit zwei Dingen verbrachten: einer lebhaften Fotodokumentation von weit über 100 Bildern aus unseren Schülertagen sowie der spannenden Diskussion, wieso unser Jahrgang als einziger in der langen Geschichte der Schule keine Abiturfeier (!) hatte. Dieses Rätsel konnte durch zahlreiche Erinnerungsfragmente sukzessive und geradezu mosaikartig zu einem vermutlichen Lösungsbild zusammen gepuzzelt werden. Maßgeblich waren dabei auch die Beiträge unseres noch einzig lebenden und erfreulich vitalen Englisch- und Geographielehrers Horst Schmitz (83), Spitzname „Schmackes“, der in seiner unnachahmlich lockeren und witzigen Art den Mittwochteil unseres Treffens bereicherte. Der Grund für den Ausfall unserer Abiturfeier  ist letztlich in der diffizilen Kontroverse zwischen der damaligen Aufbruchstimmung durch die 68-er Generation (die uns natürlich bereits infiziert hatte) und der erzkonservativen Grundhaltung eines Großteils des damals überalterten Kollegiums zu suchen. Da war offenbar keine Seite zu irgendwelchen Kompromissen bereit, was die Details einer “zeitgemäßen“ Abiturfeier betraf.

Am nächsten Morgen besuchten wir dann unsere alte Penne, wo Schulleiter Uwe Bleckmann und seine Sekretärin Andrea Behrendt alles vorbereitet hatten, so dass wir – ein halbes Jahrhundert später –  endlich Kenntnis von unseren Abiturunterlagen bekamen. Nach einer erinnerungsträchtigen, einstündigen Führung durch die alten und neuen Schulgebäude durch drei sehr engagierte Schülervertreter, die uns keine Antwort und Erklärung schuldig blieben und das heutige, breit gefächerte soziale Engagement der Schule betonten, konnten wir uns zur Einsichtnahme in unsere Abiturdokumentationen in einen vorbereiten Raum zurückziehen. Hier erfuhren wir zum ersten Mal nicht nur die Noten und deren Begründung für diese Bewertung unserer Abiturklausuren, sondern auch, dass damals über jeden von uns ein “Persönlichkeitsprofil“ sowie auch ein “Profil der Klasse“ verschriftlicht worden war. So manche – vornehmlich kritische –  Formulierung hat uns doch sehr überrascht, aber aus der Distanz von 50 Jahren nicht mehr ernsthaft schockieren können. 1969 war halt noch eine “andere Zeit“.


Dennoch, alle anwesenden Abiturienten von 1969 haben  – trotz oder wegen der teilweise ungeliebten Penne (es gab damals etliche Lehrer, die die Schüler physisch oder psychisch attackierten und fast nur das Notenspektrum von befriedigend abwärts kannten)  – ihren Platz in der Gesellschaft erfolgreich gestalten können, sei es im Lehramt, als Mediziner oder Naturwissenschaftler, als Diplom-Ingenieur, Buchhändler, Berufssoldat oder Jurist. In dieser Gewissheit und Zufriedenheit ging es nach einem Cafébesuch wieder heim, die weitesten Reisen gingen zurück in den Berliner, Münchener, Gießener oder Heidelberger Raum, mit einem “Kopfkino“ voller Erinnerungen an die eigene, fast vergessene Schulzeit.

Übrigens: Von den ungefähr 120 Sextanern (heute Klasse 5) in den drei Klassen bei der Einschulung im Jahr 1961 erreichten nur 12 (!) das Abitur ohne “Sitzenbleiben“ (durch zwei “Kurzschuljahre“ waren diese 12 sogar so etwas wie “G8-Schüler“). Die anderen Abitur-Mitschüler waren “Wiederholer“ aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen. Ungefähr ein weiteres Dutzend schaffte das Abitur noch im Folgejahr. Der Rest musste irgendwann die Schule verlassen oder ist freiwillig auf eine andere Schule gewechselt. So wurden die drei Klassen nach 6 Jahren zu zwei und ein Jahr später (zur Unterprima – heute Q1) letztlich zu einer Klasse zusammen gefasst. Wir waren damals noch ein reines Jungen-Gymnasium und hatten auch samstags Unterricht. Und Abitur-Notenschnitte von “einskomma …“ kannten wir nicht.

Albert Bruckwilder

Unsere Schule

Freiherr neu

Das Freiherr vom Stein Gymnasium liegt in Oberhausen-Sterkrade am Rand des Volksparks. Die Schulgebäude an der Wilhelmstraße sind umgeben von Grün. Der Altbau ist die Keimzelle dieser Schule und steht unter Denkmalschutz. Nach der Renovierung der Aula und vor allem des markanten Turms erstrahlt der Bau wieder in neuem Glanz und ist ein Wahrzeichen des Stadtteils. Der sogenannte "Neubau" ist ein Anbau, der in den 70er Jahren errichtet wurde und neben zahlreichen Klassenräumen die naturwissenschaftlichen Fachräume, die Fachräume Kunst und die neuerbaute Schulmensa beherbergt. Das neue Oberstufenzentrum und der Pavillon befinden sich auf der anderen Seite der Wilhelmstraße, dahinter liegt auch der Schulgarten.

Zur Schule gehören zwei Sporthallen. Neben der alten Turnhalle an der Wilhelmstraße befindet sich auf der dem Volkspark zugewandten Seite die Günther-Stolz-Halle, eine Dreifachhalle, die auch von den Nachbarschulen und von örtlichen Vereinen genutzt wird. Komplett renoviert ist das angrenzende Stadion Sterkrade, das mit dem Rasenplatz und der Laufbahn mit der Möglichkeit elektronischer Zeitmessung ein Zentrum für Leichtathletik bietet.

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