Exkursion zur Gedenkstätte „SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust“

Am 13.2.2020 fand die Exkursion der evangelischen Religionskurse der Q1 von Frau Schmidt-Rosner sowie von Frau Ruthert zur Gedenkstätte „SURVIVORS. Faces of Life after the Holocaust“ in der Zeche Zollverein statt.

Am Morgen holt uns ein Schulbus direkt an der Schule ab und fährt uns zur Zeche Zollverein. Für einige ist die Zeche ein bekannter Ort, da dort regelmäßig Veranstaltungen und Events auch für Jugendliche stattfinden. Für andere von uns ist dies der erste Besuch des Sinnbildes für Industriekultur.

Es ist beeindruckend, was man aus den riesigen Industrieanlagen, in denen von 1851 bis 1993 Millionen Tonnen Kohle gefördert und verkokt wurde, gemacht hat. Nicht umsonst ist die Zeche 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden.

Als wir auf das Gebäude zufahren, fahren wir unter alten Förderbändern hindurch, erblicken in einiger Entfernung den alten Förderturm und kommen schließlich an einem zunächst sehr unscheinbar aussehenden, grauen Gebäude an. Wir müssen einige Stockwerke Treppen hochsteigen, bis wir die Ausstellung erreichen. Als alle oben angekommen sind, geht es nach einer kurzen Besprechung auch schon los.

Die Räumlichkeiten, die für die Ausstellung ausgewählt wurden, sind außergewöhnlich. Man befindet sich auf Stahlplattformen, die jeweils mittig in einem ca. 20 Meter hohen Kessel angebracht sind. Dementsprechend wirkt auch jeder Schritt, den man macht, da die Akustik dieses Ortes eine starke Wirkung hat.

Die Ausstellung besteht aus 75 Portraits von Holocaust-Überlebenden. Sie ist ein Werk des deutschen Fotografen Martin Schöller anlässlich des 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz durch Soldaten der roten Armee am 27. Januar 1945. An dem genannten Datum diesen Jahres eröffnete Bundeskanzlerin Merkel die Ausstellung im persönlichen Beisein einiger der Überlebenden.

Die Portraits hängen minimalistisch an Stahlseilen auf nackten Betonwänden. Doch auf diese Weise können sie erst ihre ganze Wirkung entfalten, denn die Bilder der Überlebenden sind Vollaufnahmen der charakteristischen Gesichter. Martin Schöller nutzt hier die von ihm entwickelte ,,Big Head“-Fotografie.

Man kann jeden Gesichtszug genauestens erkennen. Jeder dieser Züge verkörpert die vielen Lebensjahre, die mittlerweile alle von ihnen hinter sich haben. Doch man kann in den Gesichtern auch die Bürde der Unmenschlichkeit lesen, die sie in den Konzentrationslagern erfahren mussten.

Unterhalb jedes Bildes steht in Kürze der Name der Person, das Geburtsjahr und der Ort der Geburt. Dann befindet sich dort der Name des Lagers, in dem die Person festgehalten wurde und abschließend steht unter jedem Gesicht ein von der Person stammendes Zitat.

Als Arbeitsauftrag sollten wir uns intensiv mit den Gesichtern und den Personen auseinandersetzen. Auffällig war zunächst, dass die meisten der dort abgebildeten Juden nicht aus Deutschland kamen, sondern in osteuropäischen Ländern geboren wurden, die zu der Zeit noch andere Namen trugen. Eine der von Schindler befreiten Jüdinnen war ebenfalls abgebildet.

Besonders beeindruckt hat mich das Portrait von Chana Arnon, einer in den Niederlanden geborenen Jüdin. Ihr Blick ist streng, er scheint den Betrachter förmlich zu durchdringen. Und trotzdem hat man das Gefühl, in ihren Augen könne man zugleich die Trauer sehen, die sie in ihrem Leben erfahren hat.

Ein Zitat, dass mir besonders im Kopf geblieben ist, ist folgendes:

„Ich spreche oft über meine Erlebnisse während des Holocausts. Wir müssen fortfahren, den jüngeren Generationen zu erklären, was passiert ist, und sicherstellen, dass so etwas niemals wieder geschieht“  Meir Brand, geb. 1936 in Bochnia, Polen, gefangen gehalten im Konzentrationslager Bergen Belsen

Zum Ende der Ausstellung wurde noch ein Film gezeigt, der die Produktion der Fotos thematisierte. Nach etwa anderthalb Stunden sind wir nun noch mit einem großen Teil der Gruppe in das Bistro der Zeche gegangen. Eine halbe Stunde später fuhren wir dann auch wieder zurück zur Schule.

Abschließend kann man sagen, dass die Ausstellung ein wirklich eindrückliches Erlebnis war, das uns Schüler die Thematik Ausschwitz auf eine außergewöhnliche Weise nähergebracht hat und auch für andere Personen ein zu empfehlendes Erlebnis ist.

 

Simon Radtke, Q1

Oberhausen, den 17.2.2020

Oskar Schindler war ein deutschmährischer Unternehmer, der während des zweiten Weltkrieges in seiner Emaille- und Munitionsfabrik gemeinsam mit seiner Frau etwa 1200 bei ihm angestellte, jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten rettete.

 

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