Update vom 31.08.2020, 12.00 Uhr:

Liebe Eltern,                             
unser Elternbrief vom 28.08.2020 hat dazu geführt, dass zahlreiche Eltern ihre Zustimmung bekundet haben. Die wenigen ablehnenden Stimmen waren teilweise sehr unsachlich oder argumentieren formaljuristisch und fragen nach einer Rechtsgrundlage. Eine Auseinandersetzung mit unserer Argumentation gab es kaum. Für die große Unterstützung und die zahlreichen Briefe bedanken wir uns.
Betrachtet man die Rechtslage, so findet sich die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske für Schüler*innen im Unterricht und auf dem Schulgelände einschließlich der Pausenzeiten auf dem Schulhof im „Konzept für einen angepassten Schulbetrieb in Corona-Zeiten zu Beginn des Schuljahres 2020/21“, die uns mit der  Schulmail vom 03.08.2020 erreicht hat. Die Maskenpflicht ist beschränkt auf den Zeitraum bis einschließlich Montag, dem 31.08.2020. Dass diese Maskenpflicht nicht verlängert wird, haben wir bisher nur der Presse entnehmen können. Das Tragen einer Schutzmaske im Gebäude lässt sich aus den allgemeinen Corona-Regeln herleiten, die im öffentlichen Raum gelten. Dass aber die Schüler*innen grundsätzlich auch während der Pausen auf dem Schulhof Masken tragen müssen, auch wenn sie einen Mindestabstand einhalten, gilt nach unserer Rechtsauffassung daher auch nur bis zum 31.08.2020. Dass dieser Teil der Maskenpflicht verlängert werden soll, konnten wir bislang ebenfalls nur der Presse entnehmen.
Der §59 des Schulgesetzes überträgt Schulleiterinnen und Schulleitern die Verantwortung für den Gesundheitsschutz. Nach §65 des Schulgesetzes entscheidet die Schulkonferenz über den Erlass einer Schulordnung. Nach den vielen Rückmeldungen aus der letzten Woche im Anschluss an die Presseveröffentlichung der Landesregierung scheint es uns sehr wahrscheinlich, dass eine große Mehrheit der Eltern und der Schülerschaft das Tragen einer Maske zwar als erschwerend empfindet, allerdings keine Alternative sieht, um im Fall einer Infektion umfangreiche Quarantänemaßnahmen und Distanzlernen zu vermeiden. Das Lehrerkollegium wünscht ebenfalls, dass Schüler*innen im Unterricht eine Schutzmaske tragen. Aus diesem Grund haben wir unsere Entscheidung getroffen und auch erläutert, warum wir in der jetzigen Situation eine Maskenpause vom 01.09.2020 bis zur Entscheidung der Schulkonferenz für fatal halten.
Es ist absehbar, dass das Festhalten an einer Maskenpflicht an unserer Schule unweigerlich zu Klageverfahren führen wird, deren Ausgang zwar offen ist, die aber zu einer Spaltung der Schulgemeinde in Befürworter und Gegner einer Maskenpflicht beiträgt. Nach intensiver Beratung, auch durch das Dezernat 48 der Bezirksregierung, werden wir daher anstreben, dass die Schulkonferenz das Thema berät und eine Empfehlung zum freiwilligen Tragen von Masken im Unterricht geben wird. Ein Ausschluss von Schülerinnen und Schülern, die keine Maske tragen, wird damit jedoch nicht verbunden sein. Wir werden hier - wie bisher - auf persönliche Gespräche und Einsicht setzen, wie es sich auch in Zeiten der Maskenpflicht bewährt hat. Damit muss leider die politisch getroffene Entscheidung der Landesregierung auch für unsere Schule gelten.
Bisher haben wir für alle Schüler*innen, die per Attest von der Maskenpflicht befreit waren oder für die das Tragen einer Maske eine besondere Erschwernis darstellt, nach individuellen Lösungen gesucht und diese auch gefunden, damit auch sie zumindest zeitweise bei Unterschreitung von Mindestabständen eine Maske tragen oder anderweitige Maßnahmen getroffen werden, um dem Sicherheitsbedürfnis aller Beteiligten Rechnung zu tragen. Das soll auch weiterhin so möglich sein.
Wir können jeden einzelnen verstehen, der sein eigenes Kind im Blick hat, aber wir sind für das Wohl der gesamten Schule verantwortlich. In der Krise müssen wir uns als Schulgemeinschaft präsentieren, die solidarisch zusammensteht. Dieser Verantwortung stellen wir uns als Schulleitung.
Wir warten weiterhin auf Informationen aus dem Schulministerium, die zu einer Klärung beitragen können.

Uwe Bleckmann und Sabine Schmidt-Rosner

 

Text des Elterbriefs vom 28.08.2020:

Für das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium haben wir als Schulleitung festgelegt, dass die bestehende Maskenpflicht im Unterricht auch über den 31.08.2020 hinaus fortbestehen wird. Die Maskenpflicht soll zunächst gelten bis zum Freitag, dem 11.09.2020.

Unsere Hygienekonzepte haben sich als so tragfähig erwiesen, dass es auch im Falle einer Infektion mit dem Corona-Virus ausreichend war, nur die unmittelbar Betroffenen in Quarantäne zu schicken. Die restliche Lerngruppe konnte weiter in den Präsenzunterricht gehen. Am 08.09.2020 wird sich die Schulkonferenz mit dem Thema befassen und einen formalen Beschluss zur Maskenpflicht treffen. Sollte die Schulkonferenz am 08.09.2020 die Maskenpflicht per Beschluss abschaffen, werden wir die Zeit bis zum 11.09.2020 benötigen, um die notwendigen Kürzungen in den Stundenplan einzuarbeiten, weil nicht mehr alle Lehrkräfte für einen Unterricht ohne Maskenpflicht zur Verfügung stehen werden und sich daraus ein deutlich erhöhter Bedarf an Vertretungsunterricht ergibt. Bisher haben alle Lehrkräfte, denen per Attest von ihren Ärzten bescheinigt wird, dass sie im Falle einer Infektion ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf tragen, zugesagt, im Präsenzunterricht zu arbeiten, weil alle Schüler*innen Schutzmasken tragen. Ohne Maske ist die Sicherheit im Unterricht nicht mehr gegeben und es wird einigen Lehrkräften, aber auch Schüler*innen, auch zum Schutz von Angehörigen, nicht möglich sein, weiter im Präsenzunterricht zu verbleiben. Weitere Vertretungslehrkräfte stehen nicht zur Verfügung.

Eine Unterbrechung der Maskenpflicht bis zu einem förmlichen Beschluss der Schulkonferenz macht ebenso wenig Sinn, weil damit das bisher Erreichte gefährdet wird. Die Entscheidung des Gesundheitsamtes im Fall einer Infektion fällt auf Grundlage einer Risikobewertung. Träger von Schutzmasken werden in der Regel nicht zur höchsten Kategorie gerechnet und dürfen weiter am Unterricht teilnehmen. Das Kurssystem der Oberstufe und die in der Sekundarstufe I zunehmend fortschreitende Differenzierung (Religion, WP1, WP2) dürften ohne eine Maskenpflicht sofort zu einem Distanzlernen für ganze Lerngruppen, ganze Jahrgangsstufen und die unterrichtenden Lehrkräfte führen.

Diese Maßnahmen sind mit dem Lehrerrat und dem Vorsitz der Schulpflegschaft sowie der Schülervertretung besprochen worden und sollen im Laufe der nächsten Woche in den Mitwirkungsgremien diskutiert werden. Bis dahin haben wir mit dieser Entscheidung zunächst für Verhaltenssicherheit gesorgt und dem Wunsch zahlreicher besorgter Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte entsprochen.

Bleiben Sie gesund!

Uwe Bleckmann und Sabine Schmidt-Rosner

 

 

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