Über 100 Jahre Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Ein kleiner illustrierter Abriss der über 100jährigen Tradition dieser Schule

 

fb7af00031Zur Geschichte der Anstalt

„Zur Geschichte des neusprachlichen Gymnasiums“ und „Kleine Schulchronik“ lauten die Überschriften der Beiträge in den Festschriften zum 25-, 50- und 75-jährigen Bestehen des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, das im Jahr 2005 auf eine (eigentlich mehr als) 100-jährige Geschichte zurückblickt. Diese Festschriften liefern das Quellenmaterial für den folgenden kleinen Abriss der Schulentwicklung.

 

 

Gründerzeiten

Hervorgegangen ist die Schule aus einer im Jahre 1890 errichteten Rektoratsschule und einer 1900 gegründeten paritätischen Rektoratsschule mit Realschulrichtung. Mit 82 Schülern dieser beiden Anstalten nimmt sie nach den Osterferien am 26.04.1905 in vier Klassenräumen in einem Hintergebäude der Steinbrinkschule den Betrieb auf.
Im ersten Weltkrieg fallen, z. T. als Kriegsfreiwillige, 70 Schüler und zwei Lehrer, woran noch heute eine Gedenktafel am Sämann-Eingang erinnert. Nach dem ersten Weltkrieg wird die Schulke 1920 in ein Reformrealgymnasium mit Französisch als erster Fremdsprache umgewandelt. Stetiges Wachstum der Schule erfordert bereits 1929 die Erweiterung des Schulgebäudes.

 

 

Kriegszeiten

 

Bald beeinflussen die Regelungen der nationalsozialistischen Diktatur und die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges das Schulleben:

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  • Die Schule wird umbenannt in "Schlageterschule - Oberschule für Jungen".
  • Bisherige Lern- und Bildungsziele gelten als antiquiert, die deutschkundlichen Fächer (Deutsch, Geschichte, Erdkunde) sowie der Biologieunterricht nehmen eine zentrale Rolle ein.
  • Mitglieder des Kollegiums werden eingezogen, es erscheinen Richtlinien für das Verhalten bei Fliegeralarm, und ein Luftschutzwart wird ernannt.
  • Schüler der "Schlageter-Oberschule" beteiligen sich an der Kartoffelkäfersuche, am Wettbewerb "Seefahrt tut Not", sammeln Knochen und Altmaterial und helfen mit ihren Lehrern beim Ernteeinsatz.
  • Schließung der Schule im Jahre 1943: Kinderlandverschickung (KLV).Die Schule wird in Etappen nach Persitau/Achensee (Tirol) verlegt, dann im Herbst nach Proßnitz (Prostejov).
  • Die Lagerschule wird 1944 von Proßnitz zunächst nach Blumenau (Plumov), später nach Lautschin (Loucen) in der Nähe von Neuenburg (Nymburg) an der Elbe verlegt.
  • Luftangriffe zerstören immer weitere Teile des Schulgebäudes.Ansichtskarte 1906-1919Gymnasium 1929

Die Stunde Null

Bereits im Oktober 1945 erscheinen "Übergangslehrpläne", die für die drei Schultypen - altsprachliches, neusprachliches und naturwissenschaftliches Gymnasium - Lateinisch als erste Fremdsprache und die Wiedereinführung der Oberprima (Jgst. 13), die zur Zeit des Nationalsozialismus abgeschafft worden ist, vorsehen.

  • 1949 wird die erste reguläre Abiturprüfung nach dem Krieg durchgeführt, es werden im Schuljahr 1949/50 Klassenpflegschaften eingerichtet, eine Schulpflegschaft konstituiert sich 1952.
  • In den folgenden Jahrzehnten entwickelt sich das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium inhaltlich und räumlich mit Riesenschritten. Einige Eckpunkte:
  • 1955 feiert die Schule das 50-jähriges Bestehen.
  • 1959 entsteht die neue Turnhalle - die jetztige alte oder kleine Turnhalle - an der Wilhelmstraße. Die bisherige Turnhalle wird zur Aula umgebaut.
  • 1960 erhält die Schule ihren heutig Namen.
  • Im Schuljahr 1963/64 wird eine Laienspielgruppe aufgebaut, die noch heute in Form der Theater-AG existiert.
  • Seit den 80iger Jahren hat die Schule mehr als 1000 Schüler.

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Umfangreiche Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen: Anbau mit vier weiteren Klassenräumen (1969), Erweiterungsbau (Neubau) mit neuen Fachräumen für die Naturwissenschaften und die Kunst (1977), zusätzliche Dreifach-Sport-Halle (1980), Pavillion auf der anderen Straßenseite (1980), ein neues Oberstufengebäude für den Kursunterricht (1999) der Sekundarstufe II.

Der Wandel der Zeit findet nicht nur auf der Treppe statt. Nicht nur das Schulgebäude verändert sich:

 

  •  Im Schuljahr 1973/74 beginnt die Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe, u. a. mit der Einführung von wählbaren Leistungs- und Grundkursen.
  •  Im Schuljahr 1977/78 wird die Koedukation eingeführt und ab sofort besuchen auch Schülerinnen das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.
  •  1984 halten die neuen Technologien mit der Anschaffung von zuerst drei Computer (des Typs Apple IIe) Einzug in dies Schule. Es beginnen erste Planungen für einen Schulgarten, der 1988 realisiert wird.
  •  Im Anschluss an Projekttage 1986 zum Thema "3. Welt" konstituiert sich spontan die Kairo-Gruppe, die in all den Folgejahren durch diverse Spendenaktionen und - ganz wichtig für das Lehrerkollegium - Brötchenverkauf verschiedene Projekte in Dörfern rund um Kairo unterstützt. 2001 feiert die Kairo-Gruppe ihr 15-jähriges Bestehen.

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In all den Jahren entstand auch ein Schüleraustausch mit verschiedenen Schulen in unterschiedliche Städten: Sarcelles (Frankreich, seit 1969), Pamplona (Spanien, seit 1993).  Aus der Partnerschaft mit der Schule in Spanien geht 1996 das Comenius-Projekt am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium hervor, wobei Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen teilnehmen können, sofern die Projektthemen mit den im Lehrplan voegesehenenen übereinstimmen und die jeweiligen Fachlehrer die internationale Kooperation untzerstützen. Es handelt sich bei diesem Comenius-Projekt um ein Programm der Europäischen Union zur Förderung länderübergreifender Schulen. Zur Zeit beteiligen sich an diesem Projekt Schulen aus Frankreich (St. Gilles), Spanien (Pamplona), den Niederlanden (Veenendaal) und Litauen (Kretinga).

Im Jahr 2005 feierten Schüler- auch viele ehemalige -, Eltern und Lehrer das 100jährige Bestehen dieser "Lehranstalt". Und die Schüler? Von 1913 bis zu diesem Zeitpunkt im Sommer 2005 "bauten" 3651 Schüler ihr Abitur an dieser Schule.
Heute

 

Unsere Schule

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Das Freiherr vom Stein Gymnasium liegt in Oberhausen-Sterkrade am Rand des Volksparks. Die Schulgebäude an der Wilhelmstraße sind umgeben von Grün. Der Altbau ist die Keimzelle dieser Schule und steht unter Denkmalschutz. Nach der Renovierung der Aula und vor allem des markanten Turms erstrahlt der Bau wieder in neuem Glanz und ist ein Wahrzeichen des Stadtteils. Der sogenannte "Neubau" ist ein Anbau, der in den 70er Jahren errichtet wurde und neben zahlreichen Klassenräumen die naturwissenschaftlichen Fachräume, die Fachräume Kunst und die neuerbaute Schulmensa beherbergt. Das neue Oberstufenzentrum und der Pavillon befinden sich auf der anderen Seite der Wilhelmstraße, dahinter liegt auch der Schulgarten.

Zur Schule gehören zwei Sporthallen. Neben der alten Turnhalle an der Wilhelmstraße befindet sich auf der dem Volkspark zugewandten Seite die Günther-Stolz-Halle, eine Dreifachhalle, die auch von den Nachbarschulen und von örtlichen Vereinen genutzt wird. Komplett renoviert ist das angrenzende Stadion Sterkrade, das mit dem Rasenplatz und der Laufbahn mit der Möglichkeit elektronischer Zeitmessung ein Zentrum für Leichtathletik bietet.

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